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Das Terrarium

Das Terrarium
 

Es sollte die entsprechende Größe besitzen, d. h. bei kleineren Nattern (wie Thamnophis) sollte das Terrarium für ein Pärchen ca. 80X40X40 cm (LängeXBreiteXHöhe) messen, größere Kletternattern sollten etwas großzügiger bemessene Behälter beziehen (100-120X50X60-100 cm). Bei Riesenschlangen sollte man sich an die laut Bundesverband für fachgerechten Natur und Artenschutz (BNA) geltenden Mindestanforderungen halten:

Unter 1,5m Schlange:

Länge 1,0 X Breite 0,5 X Höhe 0,75

Über 1,5m Schlange

Länge 0,75 X Breite 0,5 X Höhe 0,75

Weitere Infos siehe FAQ ...

Jungschlangen werden in den 1. Lebensmonaten am besten in kleinen Behältern aufgezogen - 20X20-30 cm Grundfläche reicht für Thamnophis-/Pantherophis- und Lampropeltis-Jungtiere aus, Bodenbewohnende Riesenschlangen sollten als Jungtiere in Behälter mit der Grundfläche 60-80X40X40 aufgezogen werden.

Als Baumaterial kann man bei kleineren Terrarien entweder Vollglas verwenden (viele Zoohändler verkaufen Vollglasterrarien mit Standardmaßen von z.B. 80X40X40 cm oder 100X50X50 cm usw.). Größere Becken baut man am besten mit einem Korpus aus beschichtetem Holz und einer Front aus Glasschiebetüren oder verwendet Kunststoffterrarien, die von verschiedenen Anbietern in allen Maßen erhältlich sind. Hier entscheidet der Geschmack, den Kunststoffbecken sind in der Regel weiss.

Des öfteren werden auch Becken aus Styropor/Styrodur verwendet - diese haben viele Vorteile wegen der guten Isolierungseigenschaften von Styropor und ihrer leichten Bauweise. Wenn man dieses Baumaterial verwendet, muss man die Fronten natürlich nach Geschmack verkleiden. Die Rückwände kann man z.B. mit Zierkorkplatten, da es dem Becken zum einen ein schönes, natürliches Aussehen verleiht und sich aufgrund der Struktur auch dem Bewegungs- und Kletterdrang einiger Schlangenarten genügen kann. Ein weiterer Vorteil - Auf dem Kork sieht man keine Kalkreste vom Sprühwasser. Nachteil: Zierkork ist leider ein sehr teueres Vergnügen - am günstigsten kann man dieses Material aber auf Reptilienbörsen erwerben. Wer handwerklich geschickt ist, kann für die Rückwände auch Styropor verwenden. Auf die Rückseite des Terrariums geklebtes Styropor lässt sich z.B. unter Zuhilfenahme einer Lötlampe formen, so dass man eine strukturierte Oberfläche erhält, die man anschließend mit einer Latex- oder Acrylfarbe naturecht einfärben kann, ein wenig künstlerisches Geschick vorausgesetzt.


Die Beheizung des Behälters

Alle Schlangen sind als wechselwarme Tiere auf eine Wärmezufuhr von außen angewiesen und suchen sich demnach ihre ihnen zusagende Körpertemperatur selber aus. Die Lufttemperatur sollte (bei den hier beschriebenen Arten) um 24-28 °C liegen , des weiteren sollte ein Sonnenplatz vorhanden sein, der unter einem Strahler liegt, wo eine Temperatur um 30-32 °C herrscht.

Um die Grundfläche zu vergrößern, kann man auch eine Zwischenebene einbauen und damit einen weiteren Sonnenplatz erschaffen, der von vielen Bodenbewohnern gerne als erhöhter Ruhe- und Lauerplatz genutzt wird.

Es ist demnach sinnvoll, die Wärmeelemente so anzubringen, dass ein Temperaturgradient im Terrarium entsteht. Das lässt sich erreichen, indem man z.B. eine Heizschlange in breiter werdenden Abständen auf dem Boden verlegt, und die Wärmelampe nur in einer Ecke anbringt. Die andere Seite kann dann als "cool Spot" eingerichtet werden.

Man sollte vermeiden, den Behälter gleichmäßig warm zu halten. Viele Schlangen bevorzugen zu bestimmten Zeiten kühlere Temperaturen (z.B. in der Häutungsphase). Besonders warme Stellen werden meist nur nach der Futteraufnahme aufgesucht, um die Verdauung zu beschleunigen.

Weitere Informationen zum Thema Licht und Heizung sind in dem Artikel "Beleuchtung & Beheizung" zu finden.


Das "richtige" Substrat

Es gibt einige Substrate, die für die Schlangenhaltung gut geeignet sind, einige, häufig angebotene Substrate sind teilweise sogar gesundheitsschädlich für die Tiere, werden aber leider immer noch oft verwendet (z.B. Buchenhack, Torf, scharfer Sand). Weitere Infos sind in dem Artikel zum Thema "Bodengrund" zu finden.

Arten, die eher trocken gehalten werden (Pantherophis, Boa, Python regius) fühlen sich auf einem Bodengrudn aus Holzgranulat oder feinem Borkenstreu wohl. Feuchtigkeitsliebende Elaphe-Arten lassen sich gut auf Terrarienerde halten. Diese Erde wird in vielen Zooläden als Block angeboten, den man in Wasser auflösen kann. Die Erde lässt sich nach dem Austrocknen immer wieder gut anfeuchten, aber auch im trockenen Zustand verwenden. Auch bei feuchtigkeitsliebenden Schlangen sollte man jedoch immer nur einen Teil des Beckens feucht halten. Man kann ergänzend auch noch Moos verwenden, besonders unter den Versteckplätzen ist es sinnvoll, da sich viele Arten dort gerne vergraben.

Wie schon im Kapitel Bodengrund erwähnt wird, ist von Buchenhack als Substrat abzuraten, da die Tiere beim Verschlucken von Holzstücken innere Verletzungen bis hin zur Verstopfung davontragen können. Viele Halter verwenden das Substrat trotzdem, füttern ihre Tiere aber außerhalb des Beckens. Herausfangen zur Fütterung kann jedoch ebenfalls bei verschiedenen Individuen zu Stressreaktion und Futterverweigerung führen.

Torf ist ebenso wenig geeignet, weil es im trockenen Zustand staubt und die Atemwege reizen kann. Kies ist zu schwer, Ausscheidungen sickern ein und es lässt sich von den Tieren schlecht durchgraben. Sand kann man verwenden, wenn er nicht scharfkantig ist, und in den natürlichen Habitaten der gepflegten Art als natürlicher Bodengrund vorkommt. Ein wenig Terrariensand unter feuchte Erde gemischt ergibt ein Substrat von angenehmer Konsistenz und sieht auch optisch sehr attraktiv aus.


Terrariensicherheit ...

Sollte man auf jeden Fall beachten, wenn man nicht vorhat, auf Schlangenjagd zu gehen. Der Behälter darf keine Lücken oder Spalten aufweisen, alle Schlangen sind sehr gut darin, Schwachpunkte im Terrarium aufzuspüren und zu nutzen. Bei größeren Kletter- oder Riesenschlangen gehört außerdem ein Schloss an die Schiebetür, damit die Schlangen die Scheiben nicht selber aufdrücken können.

Abgesehen vom persönlichen Verlust, droht natürlich noch viel Ärger, falls ein Tier beim unvorbereiteten Nachbar auftaucht und dort für Panik sorgt. Falls der betroffene auf die Idee kommt, Feuerwehr und Polizei einzuschalten, wie man es schon öfters in diversen Zeitungen lesen konnte, darf man in der Regel für die entstandenen Kosten des Einsatzes aufkommen.


Die Einrichtung des Behälters

Die Einrichtung des Behälters
Auch wenn es simpel aussieht, dieses Versteck erfüllt seinen Zweck  

Die optische Gestaltung bleibt natürlich jedem selber überlassen, einige Dinge sollte man dabei aber auf jeden Fall beachten. In jedes Terrarium gehören zuerst einmal ein oder besser mehrere Versteckplätze, am besten in unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsbereichen.

Versteckplätze:

Man kann z.B. einen Platz in einem trockenem und warmen Bereich anbieten, ein anderes Versteck sollte in einem kühlen und feuchten Bereich liegen. Die Versteckplätze sollten nicht zu weiträumig sein, um dem Tier das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Schlangen fühlen sich besonders wohl, wenn sie Körperkontakt mit den umgebenden Wänden haben. Welches Material man verwendet, ist dabei zweitrangig, man kann sowohl leere Plastikbehälter, Holzboxen oder Blumentöpfe verwenden. Ich selbst benutze meist Borkenstücke oder Wurzeln. Große Wurzeln sind auch optisch sehr schön anzusehen und bieten zudem Klettermöglichkeiten und Häutungshilfen.

Kletteräste:

Kletteräste sind für fast alle Schlangenarten wichtig, auch "nichtkletternde Arten" werden im Terrarium häufig eben bei dieser Aktivität beobachtet. Viele Arten liegen auch gerne auf einem erhöhten Ruheplatz. Die Äste sollten fest verankert sein, damit der Kletterast nicht mitsamt der Schlange umfällt und eventuell zu Verletzungen führt.

Man kann Äste von diversen Obstgehölzen oder anderen Laubbäumen verwenden. Besonders schön sind Weinreben. Stark harzende Äste von Nadelbäumen sollten nicht verwendet werden, da sie zum einen toxisch wirken können und zum anderen dazu führen können, dass die Schlange auf dem Ast kleben bleibt, wenn sie sich lange an einer Stelle aufhält.

Wasserbecken:

Ein Wasserbecken sollte immer vorhanden sein, bei wasserliebenden Arten (Nerodia, Thamnophis) ein größeres, als z.B. bei Kletternattern, Heterodon und vielen Riesenschlangen, die fast nie baden. Einige Schlangenarten trinken allerdings oft nicht aus großen Wasserbecken, sondern nehmen das Wasser nach dem Sprühen in Tropfenform vom Körper oder Blättern, bzw. der Terrarienwand auf. Dieses Verhalten kann man z.B. häufig bei Kornnattern-Jungtieren beobachten, bei ausgewachsenen Tieren jedoch kaum.

Pflanzen:

Kunst- oder echte Pflanzen erfüllen nicht nur dekorative Zwecke, sondern auch praktische. Sie bieten sowohl Kletter-, Versteck- und Ruheplätze, als auch Häutungshilfen.

Wenn man echte Pflanzen einsetzt, sollte man dies nur Arten verwenden, die keine giftigen Substanzen beinhalten, licht- und temperaturunempfindlich sind, sowie keine scharfkantigen Blätter besitzen.

Gut verwenden lässt die die Efeutute (Epipremnum pinatum, siehe Foto), diese Art hält sich hervorragend im Terrarium. Die Pflanzen müssen immer gut abgewaschen werden (am besten mehrmals über mehrere Tage verteilt) um die Tiere nicht mit Insektiziden zu belasten. Aufgrund des starken Wachstums unter Terrarienbedingungen muss die Pflanze regelmäßig gestutzt werden.

Bei sehr großen und schweren Schlangen sollte man natürlich auf Pflanzen verzichten. Auch verschiedene Natternarten machen es einer Terrarienpflanze schwer, da die Schlangen den Blumentopf gerne als Versteck auswählen, wenn das Substrat locker genug ist, um sich einzugraben. Da hilft ebenfalls nur der Verzicht, oder Austausch des Pflanzsubstrates gegen Blähton oder Seramis.


Die Feuchtigkeit im Behälter

Ein wichtiger Punkt, der oft vernachlässigt wird. Für viele Schlangenarten ist es wichtig, dass sie immer eine feuchte Stelle im Terrarium aufsuchen können, vor allem, wenn die Tiere kurz vor einer Häutung stehen. Das kann z. B. ein Haufen Moos sein, der mehrmals die Woche angefeuchtet wird, oder ein Behälter mit feuchter Erde, abgedeckt mit einer Lage trockenem Moos (Prinzip "Eiablagebhälter", siehe dazu auch den Artikel "Inkubation"). Bei einigen Terrarien halte ich auch einfach die Erde rund um das Wasserbecken feucht, wobei Staunässe wegen Schimmelgefahr vermieden werden muss.

Zusätzlich kann man den Behälter 2-3 mal die Woche (je nach Schlangenart eventuell auch täglich) mäßig aussprühen. Die Tiere sollten dabei nicht unbedingt direkt angesprüht werden, durch die entstehende Verdunstungskälte kann eine Erkältung begünstigt werden. Einige Schlangen(arten) scheinen es allerdings auch regelrecht zu genießen, wenn sie im warmen Regen stehen und zeigen anschließend eine erhöhte Aktivität. Für andere Arten ist es zum Teil sogar lebensnotwenig, da sie die Wassertropfen vom Körper trinken (Baumpythons). Viele Schlangen schrecken allerdings zurück, wenn sie direkt angesprüht werden ... es ist daher notwendig, sich mit den klimatischen Bedürfnissen seiner Schlangenart genau auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen gibt es in dem ausführlicheren Artikel "Luftfeuchtigkeit".


Die Schlange kommt ins Haus ...

Wenn man sich nun nach langer Überlegung für ein Tier entschieden hat, dann sollte zu Hause natürlich schon ein fertiges Becken bereitstehen. Es ist wichtig, dass Temperatur, Licht und Feuchtigkeit den Bedürfnissen der ausgewählten Schlangenart entsprechen und nicht erst noch nach der Ankunft des Tieres eingestellt werden müssen, da dies natürlich Stress für den Neuankömmling bedeutet.

Wenn sich die Schlange nun in ihrer neuen Umgebung befindet, sollte man sie erst einmal in Ruhe lassen und sie nicht gleich den staunenden Freunden oder Familienmitgliedern vorführen und ständig stören. Auch die eigenen Kontrollen sollte man in den ersten Tagen nur auf ein gelegentliches Hineinschauen beschränken und nicht gleich hektisch alle Verstecke im Becken durchsuchen, wenn das Tier mal nicht zu sehen ist.

Die meisten Schlangen werden zunächst einmal ihr neues Becken gründlich untersuchen und meist unruhig umherkriechen. Wenn dem aber nicht so ist, dann sollte man nicht gleich besorgt sein. Einige Tiere sind durch diverse Transporte und dem Aufenthalt in Schauterrarien (die nur selten Versteckplätze bieten) so gestresst, das es mitunter Wochen oder sogar Monate dauern kann, bis sie sich länger aus ihrem Versteck wagen und anfangen ihr normales Verhalten zeigen. Keinesfalls sollte man eine Schlange zwingen, aktiv zu sein. Wenn eine Schlange wochenlang nicht aus dem Versteck kommt, so muss man sich damit abfinden. Eine versteckte Lebensweise ist bei den meisten Schlangenarten völlig natürlich, das vergessen vielke Halter gerne beim Anblick von Terrarien im Zoohandel, die prall gefüllt sind mit bunten Insassen. In ihrem natürlichen Lebensraum sind Schlangen jedoch immer schwierig zu entdecken, da sie die meiste Zeit ihres Lebens in einem sicheren Versteck zubringen. Permanentes Kontrollieren und "Nachschauen" sorgt somit nur für unötigen Stress.

Die Versuchung, seinem neuen Haustier sofort Futter anbieten zu wollen, ist natürlich groß, man sollte damit jedoch besser 2-3 Tage warten und zunächst ein vorher abgetötetes Futtertier anbieten. Dieses legt man am besten vor das Versteck der Schlange und wartet ruhig ab, was passiert. Wie die Schlange reagiert ist von Art zu Art und auch individuell verschieden. Es kommt vor, dass direkt bei der ersten Fütterung von der Pinzette gefressen wird, jedoch auch, dass das Futter erst verschlungen wird, nachdem man das Zimmer verlässt und das Licht löscht. Daran sieht man wieder, dass alle Schlangen unterschiedlich reagieren (selbst Schlangen aus dem gleichen Wurf) und kein Tier dem anderen gleicht.

Wenn das Futter nicht angenommen werden sollte hilft letztlich nur abwarten, einige Tipps, wie man Schlangen zur regelmäßigen Futteraufnahme bewegen könnt, sind im Artikel "Ernährung" zu finden.