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Eiablage und Inkubation

Ich wurde in letzter Zeit häufig gefragt, wie man am besten Schlangeneier inkubiert. Wie so oft gibt es dafür kein Patentrezept, sondern mehrere Wege zum Erfolg.

Zunächst zur Eiablage: Normalerweise häutet sich das trächtige Weibchen unmittelbar vor der Eiablage nochmals, anschließend wird auch meist die Nahrungsaufnahme eingestellt und das Tier wird unruhig durchs Terrarium kriechen und alle Ecken und Winkel absuchen. Jetzt ist der geeignete Zeitpunkt gekommen, eine Eiablagebehälter ins Terrarium zu stellen. Dabei kann man sehr gut Kunststoffbehälter mit einer Öffnung wählen, die ein wenig größer als das tragende Weibchen sein sollte. Diesen Behälter füllt man etwa zu 2/3 mit leicht feuchter Erde, darüber kommt noch eine lockere Schicht Moos. Das Weibchen wird schon bald in diesem Behälter verschwinden - allerdings sollte man vorsichtig sein, auch andere, nichtträchtige Tiere werden dieses Versteck bald für sich entdecken, so dass man nach Möglichkeit andere Tiere aus dem Becken entfernen sollte. Es kommt auch häufig vor, dass das Weibchen noch ab und an mal das Ablagegefäß verlässt und wieder im gewohnten Versteck liegt, das braucht aber kein Anlass zur Sorgen zu sein. In der Regel werden die Eier innerhalb 14 Tagen nach der 2. Häutung, bzw. ca. 50 Tage nach der Paarung abgelegt.

Wenn man dann die Eier findet, sollten Sie unverzüglich in einen geeigneten Inkubator überführt werden.


Inkubator (Aquarienmethode)

Inkubator (Aquarienmethode)
 

Als Inkubationsmedium ist Vermiculite am empfehlenswertesten. Bei Natterneiern hat sich ein Inkubator bewährt, der mit einem Aquarienheizer eine Wasserfläche erwärmt und so in einer abgeschlossenen und isolierten Kammer für eine wasserdampfgesättigte Luft sorgt (Aquarienmethode). Dabei feuchtet man das Brutsubstrat nur leicht an, denn Schlangeneier nehmen bei zu feuchtem Inkubationsmedium zuviel Wasser auf und können dadurch absterben. Wichtiger ist eine zu 100% wassergesättigte Luft, dann kann das Substrat auch ein wenig trockener sein. Einige Schlangenarten legen Ihre Eier auch nur in einem absolut trockenem Medium ab (Morelia viridis), so dass auch die Inkubation nur auf trockenem Boden bei hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen sollte. Am besten verwendet man hier einen Kunststoff-Gitterboden, der über einer Vermiculiteschicht liegt.  Über dem Gelege sollte bei der Aquarienmethode eine Glasplatte angebracht werden, die das Tropfwasser soweit ableitet, dass kein Wasser direkt auf die Eier fällt.

Es ist natürlich auch möglich, einen "trockenen" Inkubator einzusetzen, wenn man die Eier in ein geeignetes und dichtes Gefäß auf feuchtes Substrat legt. Eine einfache Plastikbox (z.B. eine ausgediente Dose Haribo oder auch Braplastboxen für die Jungtieraufzucht)  reicht für diese Zwecke völlig aus, Luftlöcher sind auch nicht nötig, wenn man die Box alle 2-3 Tage zur Kontrolle öffnet. Bei diesen Checks sollte man auf Anzeichen von Schimmel, schlechten Geruch oder eingefallene Eier achten. Dabei sollte man auch die Unterseiten einiger Eier prüfen. Falls die Eier in den ersten 2/3 der Inkubationsdauer einfallen, ist entweder die Substratfeuchtigkeit oder die Luftfeuchtigkeit zu niedrig und sollte erhöht werden. Im letzten Drittel ist es bei Eiern fast aller Arten normal, dass sie leicht einfallen. Schimmelnde Eier sollte man separieren, wenn sie aber nicht anfangen zu stinken kann auch hier noch ein gesundes Jungtier schlüpfen, wenngleich die Chancen natürlich geringer sind.

Die Temperatur hält man bei Pantherophis- und Lampropeltis-Arten konstant bei 27-28°C ohne Nachtabsenkung. Riesenschlangengelege werden meist bei 29-31°C inkubiert. Bei den meisten Natterngelegen kann man nach ca. 65-70 Tagen kann man im allgemeinen mit dem Schlüpfen der Jungen rechnen. Die Inkubationsdauer kann aber auch je nach Art deutlich nach oben oder unten abweichen. Eier verschiedener Python-Arten schlüpfen zum Teil schon nach etwa 50 Tagen (Morelia viridis).