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Die Gelbhalswassernatter (Amphiesma stolata)

Die Gelbhalswassernatter (Amphiesma stolata)
 

Die Gelbhalswassernatter ist eine klein bleibende, schlanke Art, die 60-70 cm Körperlänge nur selten überschreitet. Der Kopf ist etwas länglicher als bei anderen Wassernattern geformt und setzt sich kaum vom Hals ab. Die Körperfärbung ist sehr variabel, die Grundfärbung schwankt meist von hellgrau bis mittelbraun, auf dem Rücken verläuft eine helle Linie. Der Körper ist mit dunklen Flecken gemustert, bei einigen Tieren kann man sogar (besonders nach der Häutung) einige kleine, hellblaue Tupfer auf der Körperoberseite erkennen. Der Kopf ist gelblich bis rot gefärbt, die Kehlregion ist gelb (daher der Name). Der Bauch der Schlange erscheint porzellanweiß.

Diese kleine Natternart wird nur gelegentlich als Wildfang eingeführt. Sie ist von Indien bis in die Küstenregionen Südchinas verbreitet und kommt dort auch recht häufig vor. Sie lebt dort sowohl in der Ebene, als auch in Hügelländern und im Gebirge (man findet sie noch in 1700 m Höhe). Ihr bevorzugter Lebensraum befindet sich in der Nähe eines Gewässers (z. B. in der Nähe von Reisplantagen), man findet sie aber auch in Gras- oder Waldgebieten oder in feuchten Tälern. Die tagaktive Schlange ist zwar scheu, aber auch sehr friedfertig und beißt erst bei grober Belästigung zu.

Ihre bevorzugte Nahrung besteht aus diversen Amphibien und ihren Larven, sie frisst aber auch Echsen. Fisch gehört in der freien Natur wohl nur in Ausnahmefällen zu ihrem Beutespektrum.

Je nach Herkunftsort hält sie im kühlen Norden eine Winterruhe, während sie im Süden in der heißen und trockene Zeit eine Ruhepause einlegt. Die Tiere paaren sich in der Trockenzeit und legen von Mai bis September bis zu 14 Eier ab.

Zur Geschlechtsbestimmung lässt sich sagen, dass die Weibchen wie üblich größer als die Männchen werden. Außerdem vermute ich, dass die Schlangen je nach Geschlecht unterschiedlich gefärbt sind. Dies ist sehr selten bei Schlangen und wurde bisher nur bei wenigen Schlangenarten beobachtet (u.a. bei Kaukasusottern). Ich habe bei allen Exemplaren, die ich bisher gesehen habe beobachtet, dass die kleineren, schlankeren und vermutlich männlichen Schlangen immer einen gelben Kopf und eine gelbe Kehle hatten, hingegen die größeren, kräftigeren und vermutlich weiblichen Schlangen eine rote Kopfoberseite und eine gelbe Kehle hatten. Aber wie schon gesagt ist diese Beobachtung nur eine Vermutung, die noch der Bestätigung durch eine Untersuchung einiger weiterer Exemplare bedarf.


Ist die Gelbhalswassernatter für die Terrarienhaltung geeignet?

Ist die Gelbhalswassernatter für die Terrarienhaltung geeignet?
 

Prinzipiell schon, man sollte nur beachten, dass gerade Schlangen, die aus feuchteren Gebieten rund um China und Indien stammen, besonders häufig und stark von Innenparasiten wie Nematoden und diversen Bandwürmern befallen sind. Daher muss man auf jeden Fall eine Wurmkur durchführen, wenn man mit der Haltung der Schlange erfolgreich sein will. Dabei darf man nicht vergessen, dass auch entwurmte Tiere nie so ausdauernd sind, wie Nachzuchten. Bei mir haben die meisten Tiere nur maximal 2-3 Jahre überlebt.

Leider wird diese hübsche Natter derzeit als Wildfang angeboten, die Nachzucht ist aber schon geglückt. Wie bei allen Wildfängen gilt auch hier: Ein Anfänger sollte sich an der Haltung definitiv nicht versuchen. Die Haltung dieser Tiere sollte dem ambitionierten Terrarianer vorbehalten sein, der die Tiere nachzüchten möchte.

Haben sich die Tiere erst mal eingewöhnt, so besitzt man eine hübsche und interessante Schlange, die bemerkenswert aktiv ist. Von allen Schlangen, die ich je besessen haben, waren Gelbhalswassernattern die mit Abstand lebhaftesten Tiere.

Einige Autoren schreiben dem Biss dieser Natter eine Giftwirkung zu, das liegt aber vermutlich daran, dass man Amphiesma stolata früher der Gattung Rhabdophis zugeordnet wurde. Durch den Biss einer Art dieser Gattung (Rhabdophis tigrina) kam es tatsächlich schon mal zu einem Todesfall. Ich bin selbst schon einmal von einem meiner Tiere gebissen worden und wie man sieht (oder liest), geht es mir offensichtlich immer noch gut. Da die Schlangen allerdings so gut wie nie zubeißen, sollte man sich keine Gedanken machen. Eines meiner Tiere hat mich erst gebissen, als ich nach dem Kauf ca. eine halbe Stunde gebraucht habe, die Haut zu entfernen, die durch eine auf dem Transport angefangene und misslungene Häutung fast noch komplett auf dem Tier klebte.

Wie man also sieht, ist die Toleranzgrenze dieser Art sehr hoch, trotzdem heißt das nicht, dass sich die Schlangen gerne handhaben lassen. Wenn man sie in die Hand nimmt, gibt die Gelbhalswassernatter eine Serie kurzer Zischlaute von sich und sondert ein für diese Art charakteristisch (und ziemlich übel) riechendes Sekret ab. Dieses Verhalten legt sich auch nach längerer Haltung nicht.


Ansprüche an das Terrarium

Ansprüche an das Terrarium
 

Da die Schlangen nicht sonderlich groß werden, genügt ein kleineres Terrarium von etwa 60X40X40 cm (für ein Pärchen reichen 80X40X40 cm), um ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Pflicht ist für diese Natter ein großes Wasserbecken, das sie auch ausgiebig benutzten. Meine Tiere halten sich eigentlich fast den ganzen Tag zumindest in der Nähe der Wasserschale auf und baden häufig. 

Die Feuchtigkeit ist bei der Haltung dieser Art ein kritischer Punkt, die Tiere benötigen in jedem Fall mindestens eine Stelle im Becken mit erhöhter Bodenfeuchtigkeit, da sie sich ansonsten schlecht häuten. In der Nähe des Wasserbeckens sollte man deshalb immer eine Stelle mit feuchten Bodengrund bereitstellen (etwa 1/4 der Bodenfläche), so dass sich die Tiere die ihnen zusagende Feuchtigkeit selber aussuchen können. Es darf auch ruhig mehrmals wöchentlich mit warmen Wasser gesprüht werden, die Gelbhalswassernatter genießt den warmen Sprühregen sichtlich. Keinesfalls sollte man das Terrarium völlig durchnässen, denn diese Art ist sehr anfällig für Atemwegserkrankungen. Mindestens ein Versteckplatz sollte sich daher auf trockenem Boden befinden. Ultraschallvernebler sind meiner Meinung nach weniger gut geeignet. Auch wenn sie die Luftfeuchtigkeit merklich erhöhen, entziehen sie durch den feinen Nebel viel von der Umgebungswärme, da die Wasserquelle meist nicht beheizt ist. Handsprüher mit warmen Wasser sind besser geeignet und wesentlich haltbarer.

Da die Tiere tagsüber sehr aktiv sind, sollte man das Terrarium mit entsprechende "Aktivitätsmöglichkeiten", wie Kletterästen und Pflanzen ausstatten.


Licht und Heizung

Die Beleuchtung sollte im Sommer 12-14 Stunden in Betrieb sein, zusammen mit der Bodenheizung sollte so eine Temperatur von 25-29 °C am Tage erzeugt werden, die in der Nacht entsprechend ihrer Herkunft nicht unter 23-24 °C sinken sollten. Die Schlangen reagieren empfindlich auf zu große Temperaturschwankungen, so dass man zu tiefe Nachtemperaturen vermeiden sollte. Im Winter sollte man die Beleuchtungsdauer etwas verkürzen (ca. 12 Stunden), die Temperaturen sollten aber auf demselben Niveau bleiben.


Bodengrund

Am besten geeignet ist ein weicher, erdiger Boden, den man an einer Stelle etwas feuchter hält. Alternativ lässt sich an einigen Stellen Moos einsetzen, welches ebenfalls die Feuchtigkeit sehr gut speichert und den Schlangen die Möglichkeit gibt, sich auch mal im Substrat zu verbergen.

Moos hat allerdings einen Nachteil - Kot lässt sich schwierig erkennen und entfernen. Viele andere Alternativen gibt es ansonsten nicht, da ein anderes Substrat die Tiere bei der Futteraufnahme verletzen kann (wie Borkenstücke oder Sägespäne), bzw. nicht genügend Feuchtigkeit aufnimmt. Da die Tiere nicht so ruhig werden, wie diverse Kletternattern ist es auch keine gute Idee, die Tiere beim Füttern aus dem Behälter zu nehmen. Deshalb sollte man ein Substrat wählen, was der Schlange beim zufälligen Verschlucken nicht schaden kann und sie in ihrem Behälter füttern.


Fütterung

Fütterung
 

Da die Gelbhalswassernatter in der freien Natur selten Fisch frisst, sondern eher Amphibien und Reptilien, gestaltet sich die Futteraufnahme mitunter etwas problematisch. Die Verfütterung von Echsen und Fröschen ist im Terrarium im Normalfall nicht möglich, es ist zum einen zu teuer, außerdem würde wohl kaum ein ernsthafter Terrarianer daran denken, diese Tiere zum Verfüttern anzubieten!

Als Alternative bleibt damit nur das Anbieten von Fisch und Fischfilet in verschiedenen Variationen. Die Nattern haben mitunter sehr eigene Vorstellungen von ihrem Futter, meine Schlangen fressen beispielsweise ausschließlich aufgetaute Stinte. Fischfilet wird nur ungern angenommen und lebende Fische im Wasserbecken nicht als Beute erkannt. Trotz der heftigen Bewegungen der Fische im Wasserbecken schwimmen die Schlangen lieber mit dem Fisch, als ihn zu fangen und zu verspeisen.

Einmal an das Futter gewöhnt, zeigt sich auch die Gelbhalswassernatter aber als sehr gefräßig, man kann ihr alle 5-7 Tage Futter anbieten. Die Tiere verhalten sich bei der Futteraufnahme sehr unterschiedlich, einige Exemplare sind äußerst futterneidisch und kämpfen um die Beutetiere, andere wiederum fressen erst in einer völlig störungsfreien Atmosphäre und nehmen das Futter auch nur ungern von der Pinzette an. Laut Literatur soll sie im Terrarium auch Mäuse, Wirbellose und Rindfleischstreifen annehmen, das ist bei mir leider noch nicht vorgekommen, selbst wenn das Futter mit Fischgeruch verwittert war. Trotzdem solltet ihr auf jeden Fall testen, welches Futterspektrum euer Tier hat. Da es jedoch meist bei der Verfütterung von Fisch alleine bleibt, sollte man bei dieser Art  besonders auf eine regelmäßige Vitamin- und eventuell Mineralstoffzufuhr achten, damit die Schlangen keine Mangelerscheinungen bekommen.


Häutung

Die Schlangen häuten sich verhältnismäßig häufig. Auch wenn sie älter sind, kann man mit einer Häutung ungefähr alle 4-6 Wochen rechnen. Da die Gelbhalswassernatter eine höhere Luft- und Bodenfeuchtigkeit benötigt, häutet sie sich im Terrarium oft nicht in einem Stück, besonders, wenn sie sich noch nicht eingewöhnt hat. Wenn sich das Tier in der Häutungsphase befindet, sollte man darauf achten, dass man das Becken jeden Tag einmal lauwarm aussprüht, damit die benötigte Feuchtigkeit aufgenommen werden kann.
Dazu kommt noch, dass die Gelbhalswassernatter aus Indien und China importiert wird, daher sind die Transportwege lang und bedeuten großen Stress für die Schlangen. Die Tiere benötigen deshalb häufig einige Zeit, um sich im Terrarium in einem Stück zu häuten.


Vermehrung

Vermehrung
 

Die Vermehrung der Gelbhalswassernatter soll nicht sonderlich schwierig sein, wenn man das Glück hat und ein gesundes Pärchen hat. Da sich die Tiere in, oder am Ende der Trockenzeit in ihrem Herkunftsgebiet paaren (von Dezember bis April) sollte man versuchen, diese für einige Wochen zu simulieren, indem man das Terrarium eine zeitlang weniger oft aussprüht und danach ein Männchen zum Weibchen gesellt. Eine Überwinterung ist bei der Gelbhalswasser nicht nötig, um sie zur Paarung zu stimulieren. 

Die Gelegegröße ist meist sehr klein, im allgemeinen legt ein Weibchen nur 4 bis 8 Eier, bis zu 12 Eier sind aus Freilandfunden bekannt. Die Eier sind nur ca. 2 cm lang und 0,5 bis maximal 1 cm dick. Bei einer Inkubationsdauer von ca. 27 °C dauert es ungefähr 50 bis 60 Tage, bis die Jungschlangen schlüpfen. Die Jungtiere haben beim Schlupf eine Länge von 15 bis 20 cm und können mit kleinsten Fischen und Fischstückchen gefüttert werden. Man sollte bei der Aufzucht beachten, dass die kleinen Schlangen sehr empfindlich gegen Austrocknung sind und deshalb immer ein feuchtes Plätzchen im Terrarium anbieten, ideal ist ein Klumpen feuchtes Moos in einer Ecke, oder ein Versteckplatz mit feuchter Terrarienerde.


Vermehrung

Die Vermehrung der Gelbhalswassernatter soll nicht sonderlich schwierig sein, wenn man das Glück hat und ein gesundes Pärchen hat. Da sich die Tiere in, oder am Ende der Trockenzeit in ihrem Herkunftsgebiet paaren (von Dezember bis April) sollte man versuchen, diese für einige Wochen zu simulieren, indem man das Terrarium eine zeitlang weniger oft aussprüht und danach ein Männchen zum Weibchen gesellt. Eine Überwinterung ist bei der Gelbhalswasser nicht nötig, um sie zur Paarung zu stimulieren.

Die Gelegegröße ist meist sehr klein, im allgemeinen legt ein Weibchen nur 4 bis 8 Eier, bis zu 12 Eier sind aus Freilandfunden bekannt. Die Eier sind nur ca. 2 cm lang und 0,5 bis maximal 1 cm dick. Bei einer Inkubationsdauer von ca. 27 °C dauert es ungefähr 50 bis 60 Tage, bis die Jungschlangen schlüpfen. Die Jungtiere haben beim Schlupf eine Länge von 15 bis 20 cm und können mit kleinsten Fischen und Fischstückchen gefüttert werden. Man sollte bei der Aufzucht beachten, dass die kleinen Schlangen sehr empfindlich gegen Austrocknung sind und deshalb immer ein feuchtes Plätzchen im Terrarium anbieten, ideal ist ein Klumpen feuchtes Moos in einer Ecke, oder ein Versteckplatz mit feuchter Terrarienerde.