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Dehydrierung

Dehydrierung
Dehydriertes Morelia viridis-Jungtier  

Wie alle anderen Lebewesen können auch Schlangen dehydrieren. In den meisten Fällen trocknen die Tiere durch konstant zu hohe Temperaturen, Mangel an Trinkwasser, bzw. zu geringe Umgebungsfeuchtigkeit aus. Unbehandelte Holzterrarien z.B. entziehen der Luft die Feuchtigkeit. Das gleiche Problem hat man, wenn man Holzeinstreu oder ähnliche saugfähige Substrate als Bodengrund verwendet. Aus diesem Grund sollten man zum Terrarienbau entweder Glas, kunststoffbeschichtetes Holz, oder Kunststoffe wie Styropor/Styrodur verwenden. Hat man unbehandeltes Holz verbaut empfiehlt es sich, das Becken mit Korkplatten auszukleiden und mit Silikon zu versiegeln.

Zu einer Dehydrierung kommt es meist dann, wenn die Bodentemperaturen zu hoch sind und die Schlange gleichzeitig keine Ausweichmöglichkeit in kühlere und feuchte Bereiche hat. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit dann noch zu gering ist, ist eine Austrocknung des Tieres nur eine Frage der Zeit. Weitere Fehlerquellen sind eine zu starke Erwärmung der Sonnenplätze durch zu starke Strahlerleistung. Besonders baumbewohnende Tiere liegen oft zu lange an einem direkt angestrahlten Ast und trocknen so langsam aus, selbst wenn die Umgebungsfeuchtigkeit im Behälter hoch ist. Das Problem kann vermieden werden, indem man die Heizleistung der Strahler mit einem Dimmer reduziert und die Sonnen-Äste nicht direkt anstrahlt, sondern seitlich leicht versetzt.

Auf Bodenheizungen sollte man nach Möglichkeit verzichten, wenn man grabende Schlangenarten hält, da die Tiere dann mit den heißen Kabelheizungen/Heizmatten direkt in Kontakt kommen können. Der Wärmeregulationsmechanismus von Schlangen schützt die Tiere meist nicht von zuviel Wärmezufuhr "von unten", so dass die Hauptwärmequelle immer ein Strahler sein sollte. Bodenheizungen sollten nur indirekt zum Einsatz kommen und den Boden nicht zu stark erwärmen (25-26°C maximal, je nach Art). Bei guter Isolierung oder entsprechender Raumtemperatur kann man auch auf Bodenheizungen meist verzichten.. Weiteres zum Thema "Beheizung" findet man im Artikel "Beleuchtung & Beheizung".

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die relative Feuchtigkeit im Terrarienraum. Besonders im Hochsommer, wenn die Zimmertemperaturen stark ansteigen und im Winter, wenn die Zimmerluft durch ständiges Heizen trockener wird, sollte man die Feuchtigkeit im Terrarium täglich kontrollieren und durch Sprühen von warmen Wasser entsprechend regulieren. Bei feuchtigkeitsliebenden Schlangenarten kann man auch einen Teil des Bodensubstrates feucht halten, möglichst auch einen Behälte rmit feuchtem Substrat ("Wetbox"), welche von vielen Exemplaren auch außerhalb der Häutungszeit gerne aufgesucht wird.

Wenn eine Schlange, besonders eine kleine, stark dehydriert wirkt (die Haut bekommt Falten, die besonders dann sichtbar werden, wenn sich die Schlange einrollt), sollten sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden: Zunächst sollte man die Haltungsbedingungen verbessern, vermehrt Sprühen und den Bodengrund teilweise anfeuchten. Falls die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu niedrig ist, sollte man die Lüftungsflächen verkleinern. Stärker betroffene Tieren kann man für 1-2 Tage in einem Behälter mit feuchtem Substrat unterbringen, sollte dabei aber die Nachttemperaturen nicht zu stark abfallen lassen. Leichte bis mittelschwer betroffene Exemplare erholen sich in der Regel innerhalb weniger Tage, sofern kein organischer Schaden vorliegt. Falls die Symptome nach einigen Tagen nicht besser werden, kann eine Verabreichung von Elektrolyten sinnvoll sein (oral oder intramuskulär). Bei sehr kleinen Tieren kommt nur eine orale Gabe durch eine Schlundsonde in Frage, größere Tiere können vom Tierarzt eine Spritze erhalten. Eine Injektion ist meist wirksamer, als eine Aufnahme der Flüssigkeit über den Magen-Darm-Trakt. Meist wird eine so genannte Ringer-Lösung verabreicht. Das ist eine verdünnte NaCL-lösung, die man vom Tierarzt erhält. Das Verabreichen von normalen Trinkwasser ist nicht sinnvoll, da der Organismus bei Wassermangel Trinkwasser mit normaler Salzkonzentration nicht in genügenden Mengen über den den Magen-Darm-Trakt resorbieren kann. Man sollte mit der Behandlung nicht zu lange abwarten, denn meist zieht eine Dehydrierung weitere Probleme nach sich, die eine Behandlung verkomplizieren können (Nierenschäden, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen usw.).