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Farbsehen bei Schlangen

Farbsehen bei Schlangen - ein Artikel vom SW-Moderator Frank

Einleitung
Für das Farbsehen im Auge sind die sog. Zapfen (Photorezeptoren), die in verschiedener Anzahl bei verschiedenen Lebewesen vorhanden sind, verantwortlich. Zusätzlich wird bei einigen Lebewesen Infrarotstrahlung (IR) mittels sog. Wärmerezeptoren wahrgenommen.

Die Zapfen
Dabei handelt es sich um Photorezeptoren, die sich in der Netzhaut des Auges befinden. Es gibt 4 verschieden Photorezeptoren für bestimmte Farben, UV, Rot, Blau, Grün und Rot.

Jedes Lichtfarbe hat einen bestimmten Wellenbereich, der sich wie folgt darstellt (Angaben in ca.):
UV: 1 – 380 nm
Blau: 420 – 490 nm
Grün: 490 – 575 nm
Rot: 650 – 750 nm
Infrarot: 780 nm – 1 mm

Die Lebewesen, welche jeweils verschieden Anzahlen von Zäpfchen haben, werden in 4 Gruppen eingeteilt.

Dichromaten
Bei Dichromaten befinden sich zwei Zäpfchen in der Netzhaut des Auges. Dabei handelt es sich um den Zapfen für Blau und den Zapfen für Grün. Die meisten Säugetiere gehören zu den Dichromaten.

Trichromaten
Bei dieser Gruppe befinden sich drei Zapfen in der Netzhaut. Menschen, Altweltaffen und einige Beutelsäuger gehören zu den Trichromaten
Typ A: Hier sind die Zapfen für Blau, Grün und Rot vorhanden (Mensch, Altweltaffe etc.)
Typ B: Bei diesem Typ sind die Zapfen für UV, Blau, Grün vorhanden. Der Zapfen für Rot hat sich zurückgebildet oder ist verkümmert. Nachtaktive Reptilien fallen in diese Gruppen, da sie für das nächtliche Sehen den roten Zapfen nicht brauchten und er sich deswegen im Laufe der Evolution zurückgebildet hat.

Tetrachromaten
Die Tetrachromaten besitzen 4 verschieden Photorezeptoren, UV, Blau, Grün, Rot. Amphibien, Fische, Reptilien und Vögel gehören zu den Tetrachromaten, aber auch bei verschiedenen Spinnentieren und Insekten gibt es Tetrachromaten.

Wärmerezeptoren
Einige Schlangen (Crotalinae, Pythonidae, Boidae) besitzen Wärmerezeptoren mit denen sie IR-Strahlung wahrnehmen. Diese Rezeptoren nehmen Temperaturunterschiede von bis zu bis 0.001°C wahr, je nach Familie und Gattung. Wobei hier die Familie der Crotalinae die deutlich sensibleren Rezeptoren hat.

Bemerkungen
Bei einer Nachtbeleuchtung sollte zusätzlich darauf geachtet werden das diese nicht heller als 0.3 LUX ist, da dies einer wolkenlosen Vollmondnacht entspricht (weniger LUX ist natürlich besser, da es den Vollmond nur einmal im Monat gibt).
Ist die Nachtbeleuchtung heller, dann werden die Tiere in ihrem Tag/- Nachtrhythmus gestört, da die Produktion des Hormons Melatonin vermindert wird.

Jede Wärmequelle gibt IR-Strahlung ab, jedoch ist bei einem IR-Strahler diese weitaus höher als bei einer Heizquelle die nicht ausschließlich mit IR-Strahlung Wärme erzeugt.

Fazit
Evolutionär gesehen besitzen Reptilien 4 Zäpfchen (Tetrachromaten), wobei allerdings nachtaktive Reptilien einen Zapfen verloren haben bzw. er sich zurückgebildet hat und sie zu Trichromaten macht.

Nicht nur die Anzahl und Art der Zapfen ist für das Farbsehen von Schlangen verantwortlich, sondern auch das Vorhandensein von Wärmerezeptoren.

Tagaktive Reptilien leben bunter Winken