Snake-FAQ

Einige so genannte "Frequently Asked Questions" (FAQ) werden mir per Mail oder auch im Forum immer wieder gestellt. Ich versuche auf dieser Seite, die häufigsten Probleme aufzugreifen und schon im Vorfeld zu beantworten. Wer Anregungen oder Vorschläge zur Erweiterung der FAQ hat, kann sich gerne bei mir melden ...

1. Wie groß sollte das Terrarium sein?


2. Warum ist meine Schlange nicht aktiv?

3. Wie oft häutet sich die Schlange?

4. Wie oft sollte ich meine Schlange füttern?

5. Warum kotet meine Schlange nicht?

6. Was bedeuten die Zahlen hinter den lateinischen Namen (0,1; 1,1; 1,0; 0,0,1)?

7. Welche Schlange ist für Anfänger geeignet?

8. Meine Schlange hat ihr Futter wieder ausgewürgt. Wann kann ich wieder füttern?

9. Kann man verschiedene Schlangen(-arten) miteinander vergesellschaften?

10. Sind Schlangen taub?

11. Warum "gähnen" Schlangen?

12. Wie kontrolliert man am sinnvollsten die Temperatur?

13. Wie oft sollte gesprüht werden?

14. Wie erkennt man ein trächtiges Tier?

15. Lebend- oder Frostfutter?

16. Wie erkenne ich das Geschlecht der Schlange?

17. Wie oft darf ich meine Schlange aus dem Terrarium nehmen?

18. Muss ich meine Schlange abwechslungsreich füttern?

19. Wie lässt sich die Qualität der Eier eines Geleges beurteilen?

20. Was tun, wenn das Gelege schimmelt?

21. Warum liegt die Schlange immer im Wasser?

22. Warum rasselt meine Natter mit dem Schwanz?

23. Wo kauft man am besten eine Schlange?

24. Wie teuer ist die Schlangenhaltung?

25. Warum häutet sich die Schlange in Fetzen?

26. Meine Schlange macht Geräusche beim Atmen, was kann ich tun?

27. Wie lange dauert die Häutungsphase?

28. Wie beheize ich mein Terrarium richtig?

29. Wie erreiche ich die notwendige Luftfeuchtigkeit?

30. Warum liegt meine Schlange dauernd im Wasserbehälter?

Q: Wie groß sollte das Terrarium sein?

A: Laut dem Bundesverband für fachgerechten Natur und Artenschutz (BNA) gelten die folgenden Mindestanforderungen:

Unter 1,5m Schlange:

Länge 1,0 X Breite 0,5 X Höhe 0,75

Über 1,5m Schlange

Länge 0,75 X Breite 0,5 X Höhe 0,75

Diese Werte sind Faktoren, die jeweils mit der Körpergröße der Schlange multipliziert werden. So ergibt sich die Größe des Terrariums.

Beispiel:

Eine Boa mit der Gesamtlänge von 2 Metern benötigt ein Terrarium von
Länge 1,5m X B 1,0m X H 1,5m

Weitere Infos gibt's hier: <Click>

Diese Werte sollten für Baumbewohnende Schlangen leicht angepasst werden. So sollte das Terrarium für grüne Baumpythons oder Corallus-Arten mindestens 100 cm hoch sein.

Q: Warum ist meine Schlange nicht aktiv?

A: Diese Frage wird sehr häufig gestellt, häufig resultiert darin eine häufige Störung der Tiere. Das Versteck wird mehrmals angehoben und die Schlange zur Aktivität "gezwungen".

Eine verminderte Aktivität kann mehrere Ursachen haben:

1. Die Schlange befindet sich in der Häutungsphase
2. Das Tier befindet sich in einer Stoffwechselpause (Winter-/Sommerruhe)
3. Trächtige Weibchen zeigen auch häufig eine verminderte Aktivität bis zum "Pre-laying shed"

Kaum eine Schlange wird permanent aktiv sein, Ruhephasen gehören zum natürlichen Verhalten untrennbar dazu. Dazu kommt noch eine große individuelle Streuung, nicht alle Tiere sind "gleich aktiv". Wer seine Schlange also häufig im Versteck antrifft, kann sich also eher über eine gute Gesundheit und ein normales Verhalten freuen, als wenn eine Schlange rastlos umher kriecht und niemals einen Ruheplatz aufsucht.

Q: Wie oft häutet sich eine Schlange?

A: Je nach Art und Alter ist die Zeitspanne zwischen zwei Häutungen sehr unterschiedlich. Thamnophis-Jungtiere können sich alle drei Wochen häuten. Ab einem bestimmten Alter findet die Häutung nur noch alle 2-3 Monate statt. Ähnlich sieht es bei vielen Elaphe-Arten aus. Riesenschlangen häuten sich im allgemeinen nicht so häufig, Königspythons fahren im ausgewachsenen Zustand nur noch 3-4 mal im Jahr aus der Haut. Einige Seeschlangen häuten sich hingegen teilweise sogar alle 14 Tage.
Die Frequenz der Häutungen korreliert natürlich auch mit der aufgenommenen Futtermenge und dem Stoffwechselstatus. So finden Häutungen meist kurz nach der Winterruhe statt, sowie kurz vor und meist auch kurz nach der Eiablage. Verletzte Tiere häuten sich auch häufig kurz nach dem Trauma. Danach kann man meist eine verbesserte Abheilung der verletzten Stelle bemerken.

Q: Wie oft soll ich meine Schlange füttern?

A: Da gibt es keine Faustregel. Ich halte es seit Jahren in etwa so: Wassernattern bekommen einmal pro Woche etwas zu fressen. Ausgewachsene Elaphen alle 10-15 Tage, bzw. 5-7 Tage nach dem Abkoten Futter angeboten.
Boas und Pythons werden ca. alle 2-3 Wochen gefüttert, wobei ich meinen Königspythons aufgrund der häufigen Futterverweigerung häufiger Beutetiere anbiete, welches natürlich nicht immer gefressen wird.
Elaphe-Jungtiere werden alle 7 Tage gefüttert, Boas und Pythons alle 7-10 Tage. Junge Wassernattern bekommen alle 4-5 Tage kleine Fischstücken zu fressen.

Q: Warum kotet meine Schlange nicht?

A: Diese Frage taucht häufig bei Python- und Boahaltern auf. Vor allem Pythons "sammeln" Ihren Kot und entleeren sich erst, wenn es sich auch "lohnt" ... dabei können durchaus 3-4 Wochen vergehen. Kritisch wird es dann, wenn sich die Tiere dabei kaum bewegen und vor der Kloake eine Beule haben. Dann leiden die Tiere an Verstopfung (kommt leider häufig bei Baumpythons vor, so dass man dort einen Fokus auf die Kotabgabe halten sollte). Als erstes sollten diese Tiere lauwarm gebadet werden, danach kann man sie einige Minuten in der Hand halten und zu Bewegungen stimulieren. Bei Baumpythons hatte dies bei mir immer "durchschlagenden" Erfolg. Wenn sich nach einigen Tagen nichts tut - ab zum Tierarzt.

Nagerfressende Nattern koten im allgemeinen 3-4 Tage nach der Fütterung, können bei kleineren Beutetieren oder in der Häutungsphase einmal aussetzen. Strumpfbandnattern koten mehrmals nach der Fütterung, oft schon 1-2 Tage nach der Fütterung.

Viele Terraristik-Neulinge fragen sich auch häufig, was die weißen bis leicht grünlichen Klumpen im Terrarium sind - dabei handelt es sich um Schlangenurin, der meist mit dem Kot abgegeben wird, aber zum Teil auch separat.

Q: Was bedeuten die Zahlen hinter den lateinischen Namen (0,1; 1,1; 1,0; 0,0,1)?

A: Dieser Wert gibt die Anzahl und das Geschlecht der Tiere an.
1,0 bedeutet: Ein männliches Tier
0,2 bedeutet: Zwei weibliche Tiere
0,0,3 bedeutet: Drei Tiere unbestimmten Geschlechts, meist Jungtiere
1,1 ist ein Pärchen
1,1,2 ein Pärchen und zwei Jungtiere unbestimmten Geschlechts

usw. ...

Q: Welche Schlange ist für Anfänger geeignet?

A: Grundsätzlich verzeihen die meisten Elaphe- und Lampropeltis-Arten (Korn-/Erdnatter, Kettennatter etc ...) in der Anfangszeit eher die typischen Anfängerfehler (Fehler bei der Beheizung, Beleuchtung, Feuchtigkeit, erhöhter Stressfaktor durch häufige Störungen). Viele Anfänger kaufen sich allerdings meist Königspythons, ohne sich schon einmal mit dem Thema Schlangenhaltung auseinandergesetzt zu habe. Da der Königspython in vieler Hinsicht anders reagiert als andere Nattern/Riesenschlangen, rate ich auf jeden Fall vom Kauf dieser Tiere ab, wenn man noch keine Erfahrung hat. Einige Tiere sind zwar anfangs als Nachzucht-Jungtiere sehr einfach zu halten, jedoch überraschen viele Tiere im Laufe der Zeit mit exotischen Futterwünschen oder extremer Futterverweigerung, die den Halter in die Verzweiflung treiben können. Es gibt hunderte verzweifelter Postings in diversen Foren, wo sich diverse Köpyhalter fragen, warum ein adultes NZ-Männchen im Winter/Frühjahr monatelang nichts frisst ... dabei ist die Lösung meist ganz einfach. Einfach abwarten :-) ... in 95 % aller Fälle fangen die Schlangen von selbst wieder an zu Fressen.

Q: Meine Schlange hat ihr Futter wieder ausgewürgt. Wann kann ich wieder füttern?

A: Zunächst sollte natürlich der Grund für dieses Verhalten erkannt und eliminiert werden. Meist handelt es sich um Stress oder um ein Temperaturproblem, d.h. es gibt zu wenig warme Plätze im Terrarium, welche die Schlange zur Verdauung aufsuchen kann. Wenn die Haltungsbedingungen stimmen, kann man nach 7-10 Tagen wieder ein kleines Beutetier anbieten, am besten eine nackte Maus/Ratte, da leicht verdaulich.

Q: Kann man verschiedene Schlangen(-arten) miteinander vergesellschaften?

A: Grundsätzlich kann man von der gleichen Art durchaus mehrere Tiere in einem Becken halten, sofern das Platzangebot stimmt und die Tiere mehrere Versteckmöglichkeiten haben.
Folgende Probleme können aber auftauchen:

  • Krankheiten verbreiten sich schneller
  • Fütterungen sind mitunter ziemlich stressig, da sich die Tiere schnell ineinander verbeißen können, wenn man nicht aufpasst. Es kommt auch vor, dass eine Schlange der anderen ihr Futter abjagt, das andere Tier verweigert daraufhin aus Stress die Nahrungsaufnahme
  • Paarungen werden unwahrscheinlicher, da die Tiere durch ständigen Kontakt ihr Interesse aneinander verlieren können
  • Nicht zu unterschätzender Stressfaktor, da die Tiere um bevorzugte Plätze miteinander konkurrieren. Aktive Tiere stören ruhende Tiere, "sensible" Schlangen können darauf ebenfalls mit Futterverweigerung reagieren

Vergesellschaftungen verschiedener Arten sollten gut überdacht werden. Komplett unmögliche Kombinationen sollten unterlassen werden. Häufig werden Boas mit Tigerpythons zusammengelegt, Elaphe und Königspythons/Lampropelten etc. Ich persönlich lehne Vergesellschaftung nicht komplett ab, ich habe z.B. schon mehrmals eine kleine Boa c. imperator mit einem Königspython-Weibchen zusammengelegt, damit meine Köpy-Männchen eine Weile alleine sind. Die Chance einer Paarung kann dadurch erhöht werden. Daraus sollte aber kein Dauerzustand entstehen - ein Köpy reagiert viel sensibler auf Störungen, als eine Boa.
Ab und an taucht auch schon mal der Wunsch auf, kleine Reptilien mit Schlangen zusammenzuhalten. Solange man nicht vorhat, der Schlange einen kleinen Extra-Snack zu gönnen, sollte man dieses Vorhaben nochmals gründlich überdenken.
Schlangen und Schildkröten sollten auch nicht zusammengehalten werden, da Schildkröten häufig Amöben ausscheiden, die der Schildkröte nicht schaden, die Schlange aber schnell töten können.

Q: Sind Schlangen taub?

A: Nein, Schlangen haben zwar kein Gehör wie viele andere Wirbeltiere, jedoch können Sie mit Ihrem Innenohr niederfrequenten Schall über den Kiefer wahrnehmen. So wird zum Beispiel für eine am Boden lauernde Natter eine vorbeilaufende Maus an der Erschütterung des Bodens hören können und dementsprechend die Richtung orten. Aus genau diesem Grund sollten die Boxen einer Stereoanlage auch nicht in der Nähe der Terrarien stehen, da der niederfrequente Schall der Tieftöner eine Schlange irritieren kann.

Q: Warum "gähnen" Schlangen?

A: Schlangen gähnen nicht, um "Müdigkeit" zu signalisieren, bzw. Ihre Sauerstoffzufuhr zu erhöhen, welches beim ermüdeten Menschen dazu dient, den Stoffwechsel wieder anzukurbeln. Man kann dieses Verhalten oft nach dem Fressen beobachten. Die Schlangen renken dabei Ihren Kieferapparat wieder ein und "ordnen" dabei wieder Ihren Kauapparat, der beim Verschlingen der Beute extrem gedehnt wurde.

Q: Wie kontrolliert man am sinnvollsten die Temperatur?

A: Im Idealfall verwendet man drei Thermometer - eines unter der Wärmelampe, eines in der Mitte des Terrariums, um die Lufttemperatur zu checken und eines am Boden, um die Bodenheizung zu kontrollieren.

Q: Wie oft sollte gesprüht werden?

A: Je nach Schlangenart und Herkunftsort. Chondros werden 1-2 mal am Tag mit lauwarmen Wasser übersprüht. Andere Tiere, die in gemäßigten, bzw. subtropischen Klimazonen vorkommen, wie zum Beispiel Kornnattern, Strumpfbandnattern, Boas etc. werden 2-3 mal die Woche besprüht. Dabei achte ich darauf, dass die Schlangen selber trocken bleiben. Viele Schlangen mögen es anscheinend auch nicht, nass zu werden - die Tiere flüchten dann ziemlich schnell. Wenn man allerdings nur die Umgebung anfeuchtet kann man vielfach eine erhöhte Aktivität seiner Pfleglinge erkennen. Strumpfbandnattern werden nach dem Regenguss oft erst richtig aktiv. Genauere Infos findest du unter den Haltungsbeschreibungen der einzelnen Arten.

Q: Wie erkennt man ein trächtiges Tier?

A: An der Umfangsvermehrung :-) ... zumindest meistens. Viele Schlangen legen im Laufe der Trächtigkeit deutlich zu. Besonders Elaphe-Arten können kurz vor der Ablage ihren Umfang locker verdoppeln. Falls man nicht sicher ist, kann man die Schlange locker durch die Hand kriechen lassen, wobei man die Eier mit ein wenig Gefühl als Dellen wahrnehmen kann. Dabei sollte man selber auf keinen Fall Druck ausüben, die Schlange soll sich selber bewegen. Ich brauche aber wohl nicht extra zu betonen, dass solche Störungen möglichst zu unterlassen sind.
Kurz vor der Ablage häuten sich die Tiere nochmals und werden danach im Idealfall furchtbar unruhig, bohren in jeder Ecke und suchen ohne Pause einen Eiablagebehälter, den man dann natürlich einsetzen sollte. Ich verwende einen großen Blumentopf mit leicht feuchter Erde, an einem warmen, geschützten Platz aufgestellt und mit einer Lage Spaghnum abgedeckt. Männliche Tiere entferne ich, da die alle Schlangen diese Verstecke gerne als Schlafplatz nutzen :-).

Q: Lebend- oder Frostfutter?

A: Ein Punkt, der immer wieder hitzig diskutiert wird. Fakt ist, von der Schlange selber erbeutete Futtertiere sind gesünder, vitaminreicher und für die Schlange "interessanter". Tiere, die Frostfutter ablehnen, lassen sich meist mit einer lebenden Maus "überzeugen". Dabei wird das natürliche Beutefangverhalten gefördert, eine Schlange, die eine Maus gewittert hat ist auch um einige interessanter zu beobachten, als ein Schleicher, der minutenlang lustlos eine tote, nasse Maus bezüngelt.
Nachteil von Lebendfutter - ab und an setzt es sich schmerzhaft gegen ihr Schicksal zu Wehr, was in blutenden Wunden, Narben oder bleibenden Verweigerungen einer bestimmten Beuteart resultieren kann. Bei gesunden Schlangen kommt dies allerdings recht selten vor. Mäuse sind dabei kaum gefährlich, anders sieht's bei Hamstern und Ratten aus, die eine Schlange im Extremfall sogar töten können.
Frostfutter ist dagegen immer schnell zur Hand, wird von vielen Schlangen bereitwillig akzeptiert, ist aber halt nicht so nahrhaft, wie lebende Beute. Gelegentlich sollte daher ein Vitaminpräparat zugesetzt werden.

Q: Wie erkenne ich das Geschlecht der Schlange?

A: Am sichersten durch die Sondierung, was man als Anfänger niemals auf eigene Faust durchführen sollte. Bei vielen adulten Tieren sind die Weibchen deutlich dicker als die Männchen, auch der Kopf wirkt oft bulliger und breiter. Ab der Kloake verjüngt sich der Schwanz bei Nattern schneller, während die Männchen kleine "Dellen" an den Seiten haben, wo der Hemipenis liegt. Außerdem ist der Übergang an der Kloake weniger abrupt, als bei Weibchen.

Q: Wie oft darf ich meine Schlange aus dem Terrarium nehmen?

A: So oft wie nötig, so wenig wie möglich. Schlangen sind keine "Streicheltiere", die es genießen, wenn man sie berührt oder herausnimmt. Natürlich gewöhnen sich auch Schlangen irgendwann an den Menschen und reagieren bei Berührung deutlich entspannter. Das hängt wieder von der Art und dem Individuum selber ab. Während beispielsweise meine Kornnattern und Indischen Schmucknattern extrem gleichmütig reagieren, wenn ich sie mal zur Kontrolle oder Reinigung aus dem Becken nehme, werden meine Boas sofort hektisch und versuchen zu entkommen, bzw. sich irgendwo festzuhalten. Eine Schlange sollte auf keinen Fall täglich und nach Fütterungen/vor Häutungen gestört werden. Bei nervösen Tieren sollte man erst eine Hand vorsichtig auf die zusammengerollte Schlange legen und sie dann vorsichtig mit beiden Händen hochnehmen, wenn sie nicht mehr so hektisch atmet. Flüchtende Schlangen auf jeden Fall in Ruhe lassen.
Viele Jungtiere sind meist auch deutlich nervöser als adulte Tiere - kleine Kornnattern und Strumpfbandnattern erfreuen den Halter gerne mal mit einer Ladung stinkenden Kloakeninhalt, Elaphe-Jungtiere sind zudem noch ziemlich bissig, was sich aber mit zunehmenden Alter legt.

Q: Muss ich meine Schlange abwechslungsreich füttern?

A: Nein, wenn die Schlange an ein Beutetier gewöhnt ist, sollte man es dabei belassen. Besonders bei Köpys kann man dabei in Teufels Küche kommen, wenn der Python auf einmal nur noch schwarze Wüstenrennmäuse bevorzugt, der Zoohandel aber nur weiße führt. Manchmal ist man allerdings auch gezwungen zu experimentieren, wenn ein Tier plötzlich seine bevorzugte Beute ablehnt. Allgemein ist zu sagen, dass man seine Schlange nicht einseitig ernähren kann, wenn man z.B. nur Mäuse verfüttert. Eine Maus enthält alle Grundbestandteile für den Schlangen-Metabolismus.

Q: Wie lässt sich die Qualität der Eier eines Geleges beurteilen?

A: Die Eier sollten einige Tage nach Beginn der Inkubation prall werden und an Umfang zunehmen. Wenn sie einfallen und schimmeln sind sie in 99% der Fälle unbefruchtet. Meistens sind diese Eier bei der Ablage auch gelblich und ein wenig unförmig. Wenn ein Teil des Geleges unbefruchtet ist und schimmelt, so hat dies meist keinen Einfluss auf gesunde Eier. Da das Gelege meist verklebt ist, sollte eine gewaltsame Trennung unterbleiben. Wenn man nicht sicher ist und der Schimmel überhand nimmt, kann man das abgestorbene Ei vorsichtig mit einer Nagelschere wegschneiden.

Q: Was tun, wenn das Gelege schimmelt?

A: Falls sich das Gelege nicht trennen lässt, sollte man die Stellen um das schimmelnde Ei mit Kohlestaub einstreichen. Gut bewährt hat sich z.B. Kohlestaub von Grillkohle von der man ein wenig auf die betroffenen Stellen auftragen kann. Falls das Substrat schimmelt, so sollte man es unbedingt austauschen, da dann meist das ganze Substrat von Sporen befallen ist und so das ganze Gelege gefährdet.

Q: Warum liegt die Schlange immer im Wasser?

A: Falls es sich nicht um eine feuchtigkeitsliebende Schlangenart wie Nerodia handelt, sollte man eine dauerbadende Schlange genau beobachten. Dieses Verhalten liegt oft an einer zu trockenen Haltung ... besonders Tiere, die sich in der Häutungsphase befinden suchen dann oft das Wasserbecken auf. Abhilfe kann die Bereitstellung eines feuchten Versteckplatzes schaffen, z.B. ein großer Blumentopf mit feuchter Erde, der mit trockenem Moos abgedeckt wird (gleiches Prinzip wie beim Eiablagebhälter), oder häufigeres Sprühen mit angewärmten Wasser.
In vielen Fällen sind leider auch Milben die Ursache - die Schlangen versuchen sich so Erleichterung zu verschaffen, da die Milben im Wasser ertrinken. Näheres unter diesem Link.

Q: Warum rasselt meine Schlange mit dem Schwanz?

A: Viele Kornnattern und andere Elaphen, sowie Lampropeltis-Arten rasseln mit dem Schwanz, wenn sie aufgeregt sind. Das kann z.B. der Fall sein, wenn sie gefüttert werden, oder wenn man sie stört. Das Rassel-Geräusch wird dabei durch schnelle Schwanzbewegungen erzeugt, wenn der Schwanz auf den Bodengrund trifft entsteht ein Klapperschlangen-ähnliches Geräusch. Wenn die Schlange ihre Stimmung auf diese Art ausdrückt, ist es immer eine gute Idee, sich langsam zurückzuziehen und die Schlange in Ruhe zu lassen.

Q: Wo kauft man am besten eine Schlange?

A: Dieser Frage habe ich einen eigenen Artikel gewidmet - bitte hier klicken ...

Q: Wie teuer ist die Schlangenhaltung?

A: Mir wird diese Frage relativ häufig gestellt, sie lässt sich aber nicht so pauschal beantworten. Wie so oft kann man viel Geld ausgeben, aber auch bei vielen Dingen Geld einsparen ... trotzdem findet ihr hier ein kleines Rechenbeispiel für ein Standardterrarium.

1. Terrarium 100X50X50 - ca. 100 €
2. Heizung mit qualitativ hochwertigem Thermostat (z.B. Biotherm 2000) - ca. 80 €
3. Beleuchtung (Strahler, Neonröhre) - ca. 25 €
4. Einrichtung (Bodengrund, Kletteräste, Versteckplätze aus Borke) - 20-30 €

Dazu kommen dann noch laufende Kosten (Strom und Futter) ... bei den verschiedenen Schlangenarten gibt es dann natürlich auch noch große Preisunterschiede, die von 20 € (Kornnatter) bis hin zu mehreren 1000 € reichen (Schwarzkopf-, Angolapython).

Ich möchte nochmals betonen, dass man auf keinen Fall bei den Heizmitteln sparen sollte, Für Schlangen ist es lebensnotwendig, dass die Heizungsanlage und das Thermostat zuverlässig funktioniert.  Billiggeräte regeln meist nicht besonders genau, ich empfehle daher immer Biotherm-Geräte.

Q: Warum häutet sich die Schlange in Fetzen

A: Das kann mehrere Gründe haben:

1. Stress - kann man nur vermeiden, indem man die Schlange nicht mehr stört, mehr Verstecke einrichtet und die Haltunsbedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur) optimiert.

2. Milben - können bei starkem Befall zu Häutungsproblemen führen. Behandlung siehe hier ...

3. Zu trockene Haltung - besonders im Winter ist es schwer, die Feuchtigkeit im Becken hoch zu halten. Ich halte daher immer einen Teil des Terrariums ein wenig feucht (maximal 1/4 der Bodenfläche) und biete nach Möglichkeit ein feuchtes Versteck an. Bewährt hat sich ein Topf mit Erde, in den sich die Schlange bequem einrollen kann. Dieser Topf wird dann mit einer Lage trockenen Mooses abgedeckt, quasi wie bei einem Eiablagebhälter.

Q: Meine Schlange macht Geräusche beim Atmen, was kann ich tun?

A: Falls die Schlange beim Atmen das Maul auch öffnet (und wenn es nur ganz leicht ist) und man eventuell auch noch Schleimbildung sieht: Ab zum Tierarzt und einen Abstrich durchführen lassen, damit ein geeignetes Antibiotikum gefunden werden kann - Die Schlange wird wahrscheinlich an einer Erkältung/Lungenentzündung leiden.
Manchmal kommt es aber auch vor, dass der Schlange Staub in die Nase steigt, wenn das Substrat zu trocken oder zu staubig ist (wie z.B. Torf). Manchmal liegt es auch an Häutungsresten an den Nasenlöchern, das ist bei mir auch schon vorgekommen. Sowas gibt sich meist nach einer weiteren Häutung.

Q: Wie lange dauert die Häutungsphase?

A: Je nach Art und Schlangenart ist diese Zeitdauer variabel. Ganz grob kann man davon ausgehen, dass die meisten Schlangen die unterschiedlichen Häutungsphasen innerhalb von maximal 10 Tagen abschließen. Kurz vor dem Häutungsbeginn werden die meisten Tiere ruhiger und verstecken sich. Innerhalb von 2-3 Tagen setzt dann die Eintrübungsphase ein, die Tiere werden blass. Diese Phase dauert normalerweise 4-5 Tage. In den darauf folgenden 2-3 Tagen verschwindet die Eintrübung wieder und bald darauf häutet sich die Schlange.
Viele Schlangenhalter sehen in dieser Phase von einer Fütterung ab, weil sie Schwierigkeiten bei der Häutung befürchten. Ich füttere die Tiere meist auch nicht, teils weil sie gar nicht freiwillig fressen wollen, teils weil ich die Tiere in der Phase nur ungern störe. Aber in einigen Fällen sind die Schlangen so hungrig, dass sie freiwillig aus dem Versteck kommen, wenn ein anderes Tier im Behälter gefüttert wird. Dann spricht nichts dagegen, dem Tier auch Futter zu geben. Da die Sicht der Schlange allerdings stark eingeschränkt ist, sollte nur ein abgetötetes Futtertier gereicht werden.

Q: Wie beheize ich mein Terrarium richtig?

A: Ich verwende folgende Kombination: Eine Kabelheizung, die im Terrarium verlegt ist, wobei sich der Abstand der Kabelschlingen mit der Zeit vergrößert um einen Temperaturgradienten zu erzeugen. Das Kabel befestige ich mit Klebeband und decke das ganze mit Substrat ab. Das Kabel ziehe ich meist durch eine Terrarienecke und dichte das Loch bei Bedarf wieder mit Silikon ab.
Viele Halter verwenden auch Heizmatten, die haben den Nachteil, dass die Temperatur überall, wo die Matte liegt, gleich ist - so kann kein Mikroklima entstehen.
Viele Schlangenhalter sind besorgt, dass die verlegten Kabel durch Futtertiere angenagt werden können. Dazu kann ich nur sagen, dass man natürlich jede Lebendfütterung bis zum Ende beaufsichtigen sollte, außerdem kann man die Kabel so verlegen, dass Nager keine Chance haben, das Kabel innerhalb der Fütterungszeit zu schädigen. Die meisten Mäuse haben im Schlangenterrarium andere Sorgen, als im Bodengrund nach dem Heizkabel zu graben.
Wenn man Kabelheizungen oder Heizmatten außerhalb des Beckens verlegt, geht natürlich viel Heizleistung verloren. Es besteht auch so gut wie keine Gefahr der Überhitzung, wenn das Kabel durch ein gutes Thermostat (Biotherm 2000) gesichert ist.

Zusätzlich zum Heizkabel sollte natürlich auch die Luft erwärmt werden, da für Schlangen Licht und Wärme zusammengehören. Ich verwende dazu einfache Reflektorbirnen mit 40-60 Watt Leistung, die von oben schräg auf eine Liegefläche oder einen Ast strahlen (1-2 pro Becken, je nach Größe des Beckens).
 Die mittlere Lufttemperatur sollte bei ca. 25 °C liegen, am wärmsten Platz >30 °C, am kühlen Ende 23-24°C. Mit diesen Werten ist man bei den meisten Terrarienschlangen auf der sicheren Seite.

Q: Wie erreiche ich die notwendige Luftfeuchtigkeit?

A: Je nach Schlangenart genügt es, dass Terrarium mit warmen Wasser auszusprühen, teilweise täglich (Chondropython, Corallus-Arten, Elaphe helena), teilweise auch alle 2-3 Tage (Elaphe guttata, Thamnophis).
Ich bin mittlerweile zusätzlich dazu übergegangen, den Bodengrund (am besten Terrarienerde) in einem bestimmten Bereich dauerfeucht zu halten, auch ein feuchter Versteckplatz wird gerne angenommen. Die Feuchtigkeit verdunstet dann in einigen Tagen aus der Erde uns sorgt für ein angenehmes Klima, darüber hinaus kann sich die Schlange bei Bedarf auch mal in der feuchten Erde eingraben. Ich sprühe natürlich trotzdem noch regelmäßig Wasser, da viele Tiere ihren Durst durch das Auflecken der Wassertropfen stillen. Ich verwenden dabei ein Druckluftgerät aus dem Gartenfachhandel.

Bei größeren Becken kann man zusätzlich noch Ultraschallvernebler verwenden, der gesteuert durch eine Zeitschaltuhr 1-2 mal täglich für einige Minuten Wasser im Terrarium vernebelt. So ein Gerät kommt z.B. bei meinen Baumpythons zum Einsatz.

Q: Meine Schlange liegt dauernd im Wasser. Warum ist das so?

A: Wenn eine Schlange, die normalerweise eine trockenere Haltung bevorzugt, permanent im Wasserbecken zu finden ist, sollten beim Halter die Alarmglocken schellen. Meistens ist Milbenbefall die Ursache oder auch zu hohe Boden- bzw. Lufttemperaturen. Im Falle eines Milbenbefalls sollte man die Tiere umgehend behandelt, die Temperaturen müssen ebenfalls schnellstens über ein geeignetes Thermostat geregelt werden.